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Pfahlbauer, Kelten und Römer (12.000 v. bis 400 n. Chr.)

Von den Pfahlbauten zur Villa Rustica

Wer meint, die Archäologen wüssten nichts von der Gartenleidenschaft unserer steinzeitlichen Vorfahren, der irrt gewaltig. Vielleicht ist es etwas vermessen, von „Leidenschaft“ zu sprechen, aber Gartenbau gab es nachweislich auch schon um 12.000 vor Christus.

Zutaten der Pfahlbauerküche

Ganz in der Nähe der berühmten Pfahlbauten befanden sich Felder, die zum Schutz gegen Wildschweine schon eingezäunt waren. Auf diesen Flächen wuchsen Getreide oder auch Erbsen. Daneben kultivierte man auf einfache Weise Nutzpflanzen wie Klatschmohn, Schlehen oder Haselnuss. Äpfel, Eicheln, wilde Erdbeeren und natürlich Bärlauch zählten ebenfalls zum Sortiment eines „Pfahl-Bauern-Garten“. Im Garten des Naturmuseums und Museums für Archäologie des Kantons Thurgau (beide CH-Frauenfeld) sowie im Archäobotanischen Garten (D-Hemmenhofen) lassen sich viele dieser ursprünglichen Nutzpflanzen kennenlernen.

Römer hegen erste Ziergärten

In den folgenden Jahrhunderten wich der anfängliche Zwang zum Gartenbau einer immer stärker werdenden Leidenschaft. Um 50 v. Ch. kamen schliesslich die Römer an den Bodensee und brachten den einheimischen Kelten erst einmal bei, wie man einen Garten richtig bestellt bzw. dass man ihn auch zur Erholung und zur Repräsentation nutzen kann. Die Römer kannten grundsätzlich zwei Arten von Gärten: den Gartenhof eines Stadthauses und die Gärten ihrer Landsitze. In der Stadt gehörte ein ummauerter Bereich als Küchengarten genauso zur Anlage wie ein Gartenhof, der als Ziergarten mit den Wohnräumen verbunden war. Auf seinem Landsitz besass der gepflegte Römer – je nach Vermögenslage –grössere und kleinere formal gestaltete Lustgärten mit  Lauben und Badeanlagen. Wein und Reben spielten natürlich eine herausragende Rolle.

Funde in der Region

Obwohl es rings um den Bodensee eine Reihe von antiken Kastellen mit zivilen Siedlungen gab (z.B. Konstanz, Pfyn, Bregenz, Arbon), scheint sich kein Beispiel eines Stadthauses mit Garten erhalten zu haben. Landsitze, sog. „villae rusticae“, lassen sich aber häufig nachweisen. Ein besonders schönes Beispiel findet sich in Hüttwilen-Stutheien (CH), auf halben Weg zwischen dem am Untersee gelegenen, und dem Thurtal. Laufend fördert die Thurgauer Kantonsarchäologie sensationelle Funde ans Tageslicht. Die schönsten Stücke lassen sich im Museum für Archäologie des Kantons Thurgau (Frauenfeld) bewundern. Ebenfalls sehenswert ist in diesem Zusammenhang das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg in Konstanz.

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